Bitte um Hilfe

Alles rund ums Thema Planung

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon j.m.kursawe » Mi 31. Aug 2016, 08:50

Hallo zusammen,
war ein paar Tage weg und habe während meiner Abwesenheit nun noch ein Angebot bekommen.
Eine SE anlage:
5,4 kwp
20 Heckert solar ne mo 60 P 270 W
SE 5000 er 01 WR
Preis: 7735 €
was mir als erstes auffiel war, dass bei SE mit Mehrertrag agumentiert wird, meiner Meinung nach ein polykristallines MOdul aber weniger Ertrag bringt. Wo ist da die Logik?
Vom Preis her gegenüber allen anderen Angeboten unschlagbar, wie kann das so ein Unterschied sein ?

liebe Grüsse
Jens

P.S:
Hatte gestern mal mit der Feuerwehr Düsseldorf gesprochen zwecks PV anlage/ Brandschutz.es gibt eine Bröschüre die gemeinsam von Solateuren / BSW/ Feuerwehr entwickelt wurde. Besteht da Interesse Eurerseits?
j.m.kursawe
**
 
Beiträge: 29
Registriert: Mo 8. Aug 2016, 12:15

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon j.m.kursawe » Mi 31. Aug 2016, 08:58

Hallo Tom,
leider jetzt erst da ich ein paar Tage weg war.
Danke für Deine Meinung zum Thema WR. Ich bin ganz ehrlich ein bischen hin und her gerissen. Eigentlich tendiere ich zu einer einfachen Anlage mit möglichst viel Ertrag, sprich einem Fronius.
Das Argument der 12 jahre Garantie bei SE ( Option € 280 garantie auf 20 ) find ich auch toll. Die Kiste ist: bringen die Optimizer im Laufe der Zeit Probleme mit sich?
Liebe GRüsse,
Jens
j.m.kursawe
**
 
Beiträge: 29
Registriert: Mo 8. Aug 2016, 12:15

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon welfenstrom » Mi 31. Aug 2016, 10:08

Ich hatte ja schon geschrieben, dass Anlagen heute ab ca. 1400,- € pro kWp verkauft werden. Das letzte Angebot mit den Heckert-Modulen liegt ja genau dort. Insofern weiß ich jetzt nicht, was Dich daran so wundert.

Heckert ist ein guter, solider Modulhersteller, der noch dazu in Deutschland fertigt - wie übrigens auch noch zwei, drei andere. Die Heckert Module sind also grundsätzlich erst einmal ein gutes Angebot.

Ich habe ebenso wie lehmann meine Bedenken bei dem SE Wechselrichter. Du hast nicht geschrieben, ob beim letzten Angebot auch wieder SE Optimizer dabei sind. Wenn das so wäre, wäre es bezogen auf den Materialeinsatz sicher ein unschlagbar gutes Angebot. Dennoch:

--> Mehr als 5% des theoretisch bei unverschattetem Dach erzielbaren Ertrages wirst Du durch den Schornstein wohl kaum verlieren. Wie viel davon werden die Optimizer wieder hereinholen? Und was bringt das zusammengerechnet über die Zeit? Nicht wirklich viel ...
--> Der Mehrpreis muss sich erst einmal amortisieren - und das tut er sicherlich erst nach vielen Jahren.
--> Der Wechselrichter hat einen geringeren Wirkungsgrad als Spitzenprodukte anderer Hersteller - Alternativen habe ich ja bereits benannt. Der geringere Wirkungsgrad verlängert die Amortisationszeit aber auch noch einmal.
--> Der Anlagenaufbau wird technisch aufwändiger und damit anfälliger. Auch wenn ich jetzt nicht behaupten möchte, dass die SE-Optimizer nach x Jahren den Geist aufgeben - eine einzige Reparatur wird Dir die komplette Amortisations-Rechnung zerschießen und dafür sorgen, dass der Mehrpreis für die Optimizer erst am Sankt-Nimmerleinstag wieder hereinkommt.
welfenstrom
Mod
 
Beiträge: 1350
Registriert: Mi 8. Apr 2009, 21:38

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon lehmann28 » Mi 31. Aug 2016, 15:28

j.m.kursawe hat geschrieben: Das Argument der 12 jahre Garantie bei SE ( Option € 280 garantie auf 20 ) find ich auch toll. Die Kiste ist: bringen die Optimizer im Laufe der Zeit Probleme mit sich?


Ok. Nimm die 20 Jahre Garantie noch mit. 280,-€ ist ja ein Preis den man aus der Portokasse bezahlen kann. Ok. Ist gebont.

Jetzt kommt aber die Krücke an der Geschichte. Das ganze System muß super dokumentiert sein, ansonsten wird es eine riesen Sucherei den fehlerhaften Modulwechselrichter zu finden. Aber was machen wir wenn wirklich mal ein Teil kaputt geht und der Hersteller sagt: "Kein Thema, Du hast 20 Jahre Garantie. Schick uns das defekte Teil und Du bekommst einen neuen Modulwechslerichter zugeschickt."
Dann hast Du zwar einen kostenlosen Austausch des defekten Gerätes, aber was machst Du mit den ganzen anderen Kosten? Gerüststellung, Monteurkosten, Ertragsausfall,...usw. Da ist schnell der "wahnsinnige Ertragsvorteil" durch die SE-Modulwechselrichter im Eimer. Bei einem Standardwechselrichter von SMA, Fronius, Kostal, Steca,..usw. Nimmst Du das Teil von der Wand , montierst das neue Gerät und die Anlage läuft wieder.

Außerdem sollte man sich einfach mal die letzten 10 Jahre angucken. Wer ist da alles gekommen und gegangen bei den Wechselrichterherstellern. Was machst Du wenn es Solaredge in 5 Jahren nicht mehr gibt. Auf einen anderen Hersteller umsteigen ist etwas schwierig. Hast Du aber einen einfachen Wechselrichter untem im Keller hängen, dann nimmst Du einfach einen anderen hersteller am Markt der zu Deiner Anlage passt und gut ist. Wird seit Jahren so gehandhabt und klappt wunderbar.

Gegen Fronius habe ich nichts als Wechselrichter für Deine PV-Anlage. Er muß halt zu Deinen örtlichen Gegebenheiten passen und entsprechend gut ausgelegt sein. Sonst nochmal gucken, ob nicht vielleicht ein anderer Hersteller besser passt.

Der Tom 8-)
It's the first day, of the rest of your life.
Benutzeravatar
lehmann28
*****
 
Beiträge: 1217
Registriert: Sa 21. Feb 2009, 16:21

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon j.m.kursawe » Do 1. Sep 2016, 10:22

hallo Tom,
genau das ist die meine nächste Frage , grins. was ist mit den Monteuren und anderen Kosten wenn einer kommen muss und son Teil ausgetauscht weden muss ?
Ich habe, und das werdet Ihr besser wissen, dass die Firma Solar edge irgendwie Preise ausschreibt für den ein oder anderen Solateur.Sind von vieren jetzt Zwei die als estes mal SE empfohlen haben als gäbs nichts anderes.
von dem einen habe ich mir jetzt nochmal ein `normales ` Angebot erbeten.
nochmal zum Punkt poly und monokristalline Module: in der Lektüre werden poly mit 10-15% weniger Ertrag angegeben, kannst du das bestätigen?
liebe Grüsse,
der jens
j.m.kursawe
**
 
Beiträge: 29
Registriert: Mo 8. Aug 2016, 12:15

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon welfenstrom » Do 1. Sep 2016, 10:55

Solche verallgemeinerden Aussagen sind immer mit Vorsicht zu genießen. Früher galt einmal, dass monokristalline Module eine deutlich größere Leistung hatten als polykristalline Module. So kann man das heute nicht mehr sagen. Die Leistungsbereiche der beiden Modultypen überschneiden sich zumindest: Man findet sehr gute polykristalline Module, deren Wirkungsgrad an den von nicht optimalen monokristallinen Modulen heranreichen. Oft findet man allerdings bei ein und demselben Hersteller unter den monokristallinen Modulen tatsächlich etwas höhere Wirkungsgrade. Vergleiche hierzu z.B. die polykristallinen und die monokristallinen Module von SolarWatt: https://www.solarwatt.de/komponenten/so ... /glas-glas
Die zu vergleichenden Module sind die SolarWatt 60M High Power und die SolarWatt 60P High Power. Bei gleicher Modulfläche leisten die besten polykristallinen Module 285 Wp und die besten monokristallinen Module 305 Wp. Der Unterschied beträgt allerdings keine 10-15% sondern lediglich 7% wenn man 285 Wp als 100% ansetzt.
welfenstrom
Mod
 
Beiträge: 1350
Registriert: Mi 8. Apr 2009, 21:38

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon j.m.kursawe » Do 1. Sep 2016, 15:20

Hallo Ihr beiden `Kümmerer`,
ja, bei dem letzten SE Angebot sind die optimizer dabei.
Von dem Solateur, der gestern bei mir war warte ich jetzt noch auf ein normales Angebot und wüde mir dann nochmal gerne Rat bei Euch holen auch bzgl de Module.
Grundsätzlich möchte ich gern so viel Leistung a d Dach haben wies geht, bei ca 5800-6000 kwh /Jahr.
Ich würde dann, um möglichst viel selbst zu verbrauchen, Waschmaschinen und Geschirrspüler über Mittag laufen lasen. hab Ihr sonstige Erfahrung was sinnvoll ist?
tollen Abend noch,
jens
j.m.kursawe
**
 
Beiträge: 29
Registriert: Mo 8. Aug 2016, 12:15

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon lehmann28 » Fr 2. Sep 2016, 07:23

j.m.kursawe hat geschrieben:...genau das ist die meine nächste Frage , grins. was ist mit den Monteuren und anderen Kosten wenn einer kommen muss und son Teil ausgetauscht weden muss ?

Du müsstest Deine Frage schon etwas genauer Stellen. Meinst Du das bei einem Wechselrichterausfall der "normalen" Stringwechselrichter oder der "unnormalen" Modulwechselrichter von Solaredge?

j.m.kursawe hat geschrieben:Ich habe, und das werdet Ihr besser wissen, dass die Firma Solar edge irgendwie Preise ausschreibt für den ein oder anderen Solateur.Sind von vieren jetzt Zwei die als estes mal SE empfohlen haben als gäbs nichts anderes.

Ich verstehe gar nicht wieso die Dir unbedingt die Solaredge Teile anbieten. Wo hast Du denn großartig Schatten auf dem Dach. Ja der Schornstein ist etwas unglücklich. Aber sonst? Was soll diese ganze Aufregung wegen dem bißchen Schatten? Wer nichts anderes anbieten will, der ist sowieso raus aus dem Rennen.

j.m.kursawe hat geschrieben:von dem einen habe ich mir jetzt nochmal ein `normales ` Angebot erbeten.

Ok

j.m.kursawe hat geschrieben:nochmal zum Punkt poly und monokristalline Module: in der Lektüre werden poly mit 10-15% weniger Ertrag angegeben, kannst du das bestätigen?
liebe Grüsse

Totaler Blödsinn. Das sind alte Märchen aus den 2000er Jahren. Damals war es wirklich so, daß man mit Mono-Modulen mehr Ertrag bei der gleichen Leistung vom Dach holen konnte. Das ist aber seit 10 Jahren schon nicht mehr so. Und den Rest hat Dir ja welfenstrom super erklärt.

Der Tom 8-)
It's the first day, of the rest of your life.
Benutzeravatar
lehmann28
*****
 
Beiträge: 1217
Registriert: Sa 21. Feb 2009, 16:21

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon lehmann28 » Fr 2. Sep 2016, 07:30

j.m.kursawe hat geschrieben:Grundsätzlich möchte ich gern so viel Leistung a d Dach haben wies geht, bei ca 5800-6000 kwh /Jahr.

Das ist der grundsätzliche Fehler der angefixten Solar-Neulingen. Viel Leistung, viel Ertrag, viel Dollarzeichen in den Augen. Streich das mal von Deiner Festplatte in Deinen Gehirnwindungen. Das hättest Du zwischen 2005-2012 machen sollen. Heutzutage must Du ganz anders denken. Die ganze Leistung kannst Du gar nicht selbst verbrauchen und nutzen, damit sich die PV-Anlage überhaupt rechnet. Also lieber klein und fein, so daß Du die erzeugten kWh möglich selbst nutzen kannst. Wie das jetzt genau aussieht, damit am Ende ein schönes Plus übrig bleibt, daß erkläre ich vielleicht heutenachmittag oder morgen. Das funktioniert nämlich ganz anders wie man das bisher immer gemacht hat.

j.m.kursawe hat geschrieben:Ich würde dann, um möglichst viel selbst zu verbrauchen, Waschmaschinen und Geschirrspüler über Mittag laufen lasen. hab Ihr sonstige Erfahrung was sinnvoll ist?

Um Dir da genaue Werte zu nennen mit denen Du rechnen kannst, müssten wir die Nutzung des Hauses kennen. Wieviel Personen seit Ihr? Wie nutzt Ihr eure Stromgeräteß Wird morgens, mittags und abends (warm) gegessen? ...usw.

Der Tom 8-)
It's the first day, of the rest of your life.
Benutzeravatar
lehmann28
*****
 
Beiträge: 1217
Registriert: Sa 21. Feb 2009, 16:21

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon j.m.kursawe » Fr 2. Sep 2016, 13:39

so, habe jetzt das neue Angebot erhalten:
19 Heckert Solar NE MO 60 M Full Black 280 W
Fronius Symo 5.0-3-M
Montage system : Würth, Schletter oder gleichwertig
Zählerschrank inkl. SH Schalter
ansonsten alles mit drin
Netto: 7537,70
1416,86 / kwp


Frage;
- kenne beim Stromkasten bis dato nur SLS Schalter, ist das dasselbe?
- Wir waren uns ja einig über 70% weich, bzw. dynamisch, fehlt da beim fonius nicht noch was? Beim Kostal bräuchte ich ja den Piko sensor


liebe GRüsse
Jens
j.m.kursawe
**
 
Beiträge: 29
Registriert: Mo 8. Aug 2016, 12:15

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon welfenstrom » Fr 2. Sep 2016, 15:12

Die Heckert NeMo 60M mit 280 Watt sind sehr gute Module, ohne Frage. Warum aber 19 und nicht 20? Du hast doch bereits ein Angebot mit 20 NeMo Modulen - und hinsichtlich der Modulgröße ist es egal, ob Du die polykristallinen oder die monokristallinen Module nimmst, die sind alle gleich groß. Dementsprechend müssen 20 aufs Dach passen. Ich habe die Anlage mal im im Fronius Solar Configurator ausgelegt - da sind 2 x 10 Module machbar. Gibt es einen Grund, warum die beiden Mpp-Tracker unterschiedlich beschaltet werden sollen?
welfenstrom
Mod
 
Beiträge: 1350
Registriert: Mi 8. Apr 2009, 21:38

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon j.m.kursawe » Fr 2. Sep 2016, 19:21

HalloWelfenstrom,
zuerst mal an Euch beiden:
ich find das echt unglaublich wieviel Mühe Ihr Euch gebt, danke. Solltet Ihr mal in Düsseldorf sein, seid Ihr ganz herzlich zu einer Tasse Bier eingeladen.
Also, richtig ausgemessen, er war sogar a d Dach, hat es nur einer. Die anderen haben meine Angaben der dachziegel von 33 - 33,5 cm genommen. dementsprechend zwischen 18 und 19. je nach hochkant oder quer. ich kann gerne mal die belegungspläne hochladen( wenns klappt, kann ich PDF hochladen?)
Findet Ihr die Heckert beser als die Ben q?
Gibt es einen Unterschied zwischen SLS und Sh Schalter?
j.m.kursawe
**
 
Beiträge: 29
Registriert: Mo 8. Aug 2016, 12:15

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon welfenstrom » Fr 2. Sep 2016, 21:42

Zu den Schaltern kann ich nichts sagen - da ist lehmann der Experte. Wie andere Friedrich Schiller's Balladen, kann er jede VDE-Vorschrift im Wortlaut zitieren und kennt jedes elektrotechnische Teil mit Vornamen.

Zu den Modulen: Ich finde die Heckert deutlich besser, gebe aber offen zu, dass ich da voreingenommen bin. Die wenigen deutschen Hersteller, die heute noch übrig geblieben sind, fertigen alle eine sehr hochwertige, sehr feine Qualität. Die beiden namhaftesten sind halt Heckert und SolarWatt. Daneben gibt's noch JuraWatt, Algatec, Axsun Solar, Aleo (inzwischen aber in chinesischer Hand), Conergy und SolarWorld. Solarfabrik soll nach der Übernahme auch wieder mit einer einzigen Straße fertigen ... soll .. Mehr sind mir aber nicht mehr bekannt. Heckert hat 2014 unter den meist empfohlenen Modulen in Deutschland den ersten Platz belegt (siehe viewtopic.php?f=51&t=3444&p=15616&hilit=heckert#p15616 ), SolarWatt den dritten Platz. Das will schon etwas heißen. Qualitativ liegst Du mit diesen Modulen auf jeden Fall auf der richtigen Seite.

Wenn's vom Platz her eh eng wird, könnte ich mir je 9 NeMo 60M an den beiden Trackern eines Fronius Symo 4.5-3-M vorstellen. Das 19. Modul lässt Du dann einfach unmittelbar neben dem Schornstein weg. Damit hast Du weniger Scherereien mit der Verschattung, zusätzlich eine prima ausgelegte Anlage und Du sparst noch Geld, weil der WR eine Nummer kleiner ausfällt und insgesamt ein Modul weniger verbaut wird.

Irgendwelche Messsensorik und -aktorik wirst Du da schon noch brauchen, wenn Du die weiche 70%-Regelung in Anspruch nehmen willst. Einen Datenlogger hat der Symo allerdings bereits an Bord. Auch ein Vorteil ...

Eine Tasse Bier wäre in meinem Landstrich ein eher kleines Maß ... ;)
welfenstrom
Mod
 
Beiträge: 1350
Registriert: Mi 8. Apr 2009, 21:38

Re: Bitte um Hilfe

Beitragvon welfenstrom » Fr 2. Sep 2016, 22:21

Noch etwas: Zur Größe Deiner Anlage.

Lehmann hat es schon angerissen: Man muss nicht unbedingt die größtmögliche Leistung aufs Dach legen - heute nicht mehr. Das hat sich nur zu Zeiten rentiert, als die Einspeisevergütung deutlich höher war als der Einkaufspreis für den Strom, d.h. also der Preis, den Du als Hausbesitzer pro bezogener kWh an Deinen Versorger bezahlen musst.

Heute liegt die Einspeisevergütung bei gerade mal 12,31 Cent/kWh. Das ist nicht viel. Die Anlage rechnet sich also eher über Selbstverbrauch und darüber eingesparten Bezugsstrom. Insofern sollte eine Anlage entweder so klein (!) gewählt werden, dass man maximal viel Strom selbst verbrauchen kann oder man legt die Anlage größer aus und schafft sich zusätzlich einen Energiespeicher an. Um ein Beispiel zu nennen: Das MyReserve System von SolarWatt ist meines Wissens nach mit einem Vollzyklus-Wirkungsgrad von 93% das wirkungsgradstärkste Speichersystem, das derzeit am Markt ist.

Vorteil eines Systems mit Energiespeicher: Man kann eine Menge Bezugsstrom sparen, man kann auch dann PV-Strom verbrauchen, wenn keine Sonne scheint und man hat eine gewisse Inselfähigkeit, wenn mal der Strom ausfällt - m.E. nach auch nicht zu verachten, und last but not least: Dieses System rechnet sich tatsächlich, der Werbung zufolge nach 11 Jahren, aber wahrscheinlich zumindest nach 12 oder 13 Jahren.

Nachteile eines Systems mit Energiespeicher: Initial eine höhere Investitionssumme, das System wird komplexer, der Speicher könnte irgendwann nach der 10-jährigen Garantiezeit ausfallen und den break-even-Punkt auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben. Zudem: Ein Batteriespeicher hält tatsächlich nicht ewig. Nach 15 Jahren, maximal aber nach 20 Jahren ist wohl Schluss mit der erforderlichen Speicherfähigkeit - dann muss die Anlage getauscht werden (oder gegen ein dann aktuelles Speichersystem ersetzt werden), eine nennenswerte Rendite ist mit dem Speichersystem also unwahrscheinlich.

Vorteil eines Systems ohne Energiespeicher: Der Solargenerator ist klein, günstig und deckt zuverlässig etwa 30% des Stromverbrauchs mit PV-Strom ab. Die Anlage rechnet sich nach relativ kurzer Zeit und wirft danach sogar eine nicht unerhebliche Rendite ab.

Nachteil eines Systems ohne Energiespeicher: Es kann nur ein recht überschaubarer Teil des Strombezugs durch selbsterzeugten PV-Strom gedeckt werden. Eine Inselfähigkeit ist nicht gegeben (oder nur mit einem speziellen, recht teuren, inselfähigen Wechselrichters)
welfenstrom
Mod
 
Beiträge: 1350
Registriert: Mi 8. Apr 2009, 21:38

VorherigeNächste

Zurück zu Vor dem Kauf

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste