PV-Anlage seit 1994

Es gibt viele schöne und auch interessante Photovoltaikanlagen. Kennen Sie welche ? Ja ? Gut, zeigen Sie sie unseren Besuchern.

PV-Anlage seit 1994

Beitragvon lehmann28 » So 25. Okt 2009, 21:43

Mitten im Nationalpark Sächsische Schweiz gelegen, fährt zum ersten Mal in Deutschland eine Straßenbahn mit Unterstützung von Solarenergie.
Für den Betreiber, die Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH, entstand mit 40 kWp PV-Leistung die damals (1994) größte PV-Anlage der neuen Bundesländer.
Das auf dem Dach der Wagenhalle montierte Solarstromsystem leistet bei voller Sonneneinstrahlung und optimaler Lufttemperatur ca. 35.000 Watt (AC-seitig). Diese Leistung erzeugen 756 Solarmodule (je 53 Wp) auf einer Gesamtfläche von 325m² in Verbindung mit zwei 20-kVA-Wechselrichterkaskaden.
Das System arbeitet im Netzparallelbetrieb. Die Generatorfläche ist 37 geneigt und fast genau nach Süden ausgerichtet. Aufgeständert ist die Fläche auf einem speziell konstruierten und gefertigten Leichtmetallgestell (Foto). Die Anlage speiste bis ins Jahr 2000 am Bahngleichrichter (533 VAC) dreiphasig ein. Durch eine zusätzlich aufgebrachte 400V-Wicklung auf dem 1-MW-Bahntrafo konnte das Depot und die Buswerkstatt ebenfalls direkt mit überschüssiger Solarenergie versorgt werden.
Trotz Vollabschattung zwischen Dezember und Februar belegte die PV-Anlage im Meß- und Dokumentationsprogramm (1994-96) des damaligen BMFT Platz 1 im Energieertrag (durchschnittliche Performance Ratio: 74%).
Trotzdem die Anlage seit Inkrafttreten des EEG als Volleinspeiser arbeitet, werden indirekt ca. 30% des jährlichen Energiebedarfs der Kirnitzschtalbahn umweltfreundlich und emissionsfrei abgedeckt.

Technische Daten der Photovoltaik-Anlage der Kirnitzschtalbahn

Eingesetztes Solarmodul: SIEMENS M55, 53 Wp
Generator-Nennspannung: 325 VDC
maximale Generatorspannung bei -10 °C: 430 VDC
Generator-Nennstrom: 126 A
Anzahl Strings: 42
Anzahl Module je String: 18
Anzahl Wechselrichter: 8 (PV-WR 5000, SMA, 2x4 Master-Slave)
durchschnittlicher jährlicher Energieertrag: ca. 28.800 kWh
Energieertrag seit Inbetriebnahme: ca. 230.000 kWh
durchschnittliche energetische Deckungsrate: 30%
höchste Deckungsrate (Monat Juli ): 47%

Schon interessant was es bereits alles an Photovoltaiktechnik gab, bevor das EEG in Kraft getreten ist.

Der Tom 8-)
It's the first day, of the rest of your life.
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Re: PV-Anlage seit 1994

Beitragvon Beyenburgerin » Di 27. Okt 2009, 16:57

Aber es passt ja zu einem der schönsten Täler Deutschlands mit extrem sauberer Luft.

Gibt es eigentlich die Tour mit dem Boot noch, bei der ein Fähmann ein Boot mit einem Staken vorantreibt?

VG Brigitte
Gruß Brigitte

Unsere PV-Anlage:
48 x Solarwatt M220-60 GET AK 235 Wp, 4 Str. a 12 Mod., 2 x Solarmax 6000S, 11,255 kWp, 28° Dach, Süd - 10°
Montagebericht: https://beyenburgerin.wordpress.com/200 ... -pv-cells/
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Re: PV-Anlage seit 1994

Beitragvon Ostfriesenstrom » Di 27. Okt 2009, 19:16

Moin Moin,

für diese Anlage müsste man mal den Kraftwerksvervielfältigungsfaktor berechnen.

Ich habe gerade in einem anderen Forum (http://www.velomobilforum.de/forum/atta ... 1256642382) eine interressante Berechnung gelesen. Hier wurde ein Vergleich einer Windenergieanlage und eines Steinkohlekraftwerkes gegeübergestellt. Das Resüme der Berechnungen war folgendes:

5MW-Onshoreanlage:
Jede 5MW-Windenergieanlage erzeugt im Laufe ihrer Betriebszeit genug Energie "aus dem Nichts", um sich selbst zu ersetzen und 12,3 weitere gleichartige Anlagen zu bauen.
Wenn man "auf einer Insel" genau die Energiemenge zum Bau des Windrades zur Verfügung hat und sonst nichts, kann man ungefähr jedes Jahr eine neue daneben stellen.
Wenn man "auf einer Insel" die doppelte Energiemenge zum Bau eines Windrades zur Verfügung hat und sonst nichts, kann man ungefähr jedes Jahr zwei neue daneben stellen.

1 GW-Kohlekraftwerk:
Jedes 1GW-Steinkohlekraftwerk vernichtet im Laufe seiner Betriebszeit soviel fossil gespeicherte Energie, dass man davon das vorhandene Kraftwerk ersetzen und 97,2 gleichartige bauen könnte.
Wenn man "auf einer Insel" genau die Energiemenge zum Bau des Kraftwerks zur Verfügung hat und sonst nichts, hat man null Tage lang Strom und kann nie wieder ein Kraftwerk bauen.
Wenn man "auf einer Insel" die doppelte Energiemenge zum Bau des Kraftwerks zur Verfügung hat und sonst nichts, hat man noch für 150 Tage Energie, um in der Zeit ein weiteres Kraftwerk zu 68% fertig zu stellen. Danach hat man 1,68 Kraftwerke und keinen Strom und keine Kohle mehr.

Wie würde diese Berechnung wohl für oben genannte Anlage aus 1994 aussehen?

Gruß von der
Roman
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Re: PV-Anlage seit 1994

Beitragvon MartinaKrachenfels » Mo 4. Apr 2011, 21:07

Hallo an alle PV-Interessierten,
wir haben nach Schwierigkeiten mit der Wechselrichterlieferung (SMA konnte aufgrund fehlender Halbleiter erst im Juni liefern) 2 PV-Anlagen am 20.06.2010 ans Netz angebunden. Diese Anlagen bestehen aus je 76 Modulen von Siliken mit einer "Nennleistung" von 230 Wp/Jahr und 3 SMA Wechselrichtern. Wir haben je Anlage rund 60.000 € investiert. Reine Anlagen-Kosten waren je 50.000 €. Die Mehrkosten kamen dadurch zustande, daß wir die Schornsteine von der Süd- auf die Nordseite verlegt haben (jeweils rund 6000 €) und einen Laufrost für die Reinigung der Anlage bauen ließen um diese ab und an reinigen zu können (je rund 4000 €).
Bis zum heutigen Tag haben wir etwas mehr als 23.000 kWh eingespeist.
Ich bin zuversichtlich, daß die Investitionskosten sinken werden und sich dann eine Anlage auch ohne Subventionen finanzieren läßt.
Des Weiteren sind wir dabei die Häuser mit 035-er Steinwolle zu dämmen. Bei den Mietern, bei denen wir zu 2/3 fertig sind ergab sich bislang eine Ersparnis von rund 50% der Heizkosten (1 Außenwand und Dach gedämmt).
Würde man die bisherige Gasmenge von 180 kWh/qm mit einem Gas-Kraft-Wärme-Kopplungsverfahren verstromen, und wären alle Häuser vollständig gedämmt könnte man aufgrund des hohen Wirkungsgrades meines Erachtens 3 Häuser oder vieleicht auch mehr mit Wärme und Strom versorgen. Wer könnte das mal ausrechnen?
Sollte sich jemand für die Fakten interessieren schick ich sie ihm gerne persönlich. Hierfür bräuchte ich aber auch irgend einen Hinweis, wie man, ohne anschließend zugespamt zu werden Kontakt aufnehmen kann.
MartinaKrachenfels
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Re: PV-Anlage seit 1994

Beitragvon Eberhard » Mo 4. Apr 2011, 21:14

Erstmal Willkommen hier in Forum
Ich freue mich dass es außer mir weitere gibt die sich Gedanken machen wie man Energie auch einsparen kann.
Vor zugespamt werden braucht hier niemand Angst zu haben.
Wir sind zwar ein eher kleines aber feines Forum.
Mit sonnigem Gruß
Eberhard
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Fassade 4,24 kWP SMA SB 4200 TL HC
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